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13.10.2022 Kultur

Teue­rung bringt auch die Kul­tur in Nöte

Markus Grüner-Musil

Kultureinrichtungen mit mittelfristiger Förderung brauchen dringend Teuerungsausgleich. Wie ernst meint es die ÖVP mit „Fair Pay“?

Nach zwei Jahren der Pandemie war viel Hoffnung und Zuversicht in die Kulturszene in Salzburg zurückgekehrt. Große Anstrengungen werden unternommen, um die BesucherInnen wieder für Kultur zu begeistern und das Vertrauen des Publikums zurückzugewinnen.

Mit der aktuellen Teuerungswelle zeigt sich aber eine neue Herausforderung, die einige wichtige Kultureinrichtungen in finanzielle Nöte bringen kann.

 

Ein wesentlicher Punkt der Kulturbudgetklausur der Stadt Salzburg gestern, Mittwoch 12. Oktober 2022, war es daher, diesen Teuerungen in den Fördersummen entgegen zu wirken. In vielen Bereichen ist das auch sehr gut gelungen, Fördererhöhungen bis zu 10 Prozent geben im Bereich der Jahresförderungen Rückhalt für das herausfordernde Jahr 2023.

 

Weniger zuversichtlich müssen aber all jene Einrichtungen sein, die eine mittelfristige Förderung erhalten und daher nur eine Erhöhung von 2 Prozent für das kommende Jahr vertraglich zugesichert bekommen haben. Dabei kommt die Teuerung für diese Einrichtungen gleichzeitig auf zwei Ebenen: Zum einen die steigenden Gehälter, die zwischen zwischen 6 und 8 Prozent steigen dürften, zum anderen die Energiekosten, die im sich im kommenden Jahr bis zum 10fachen – im Vergleich zu den vergangen Jahr – erhöhen werden.

 

„Diese Teuerung muss jetzt abgefangen werden, daher fordern wir eine Teuerungsrücklage für die Kultur, die mit mindestens 2 Mio. Euro dotiert sein muss. Die hohen Mehrkosten in Kombination mit den niedrigeren Einnahmen – im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie – machen große Sorgen“, sagt Markus Grüner-Musil, Kultursprecher der Bürgerliste.

„Für beide Teuerungen muss die Kultur Unterstützung bekommen, sonst würde es bedeuten: Es wird finster in der Kultur.“

 

Insgesamt steigen die Kulturförderungen beachtlich, um gut 7 Mio. Euro von 33,1 Mio. Euro auf 40,2 Mio. Euro. Allerdings entfallen davon gut 5 Mio. auf Steigerungen im Projekthaushalt, also bei den Investitionen im Eigentum der Stadt – konkret u.a. die ersten Zahlungen für die Museumsprojekte des Salzburg Museums, den Festspielhausausbau oder die letzte Zahlung für die Sanierung des Landestheaters. Das eigentliche Förderbudget im Kulturbereich wächst damit nur um 2,3 Mio. Euro.

 

Eingeschrieben in den Budgetvoranschlag ist nun endlich die Teilnahme der Stadt am „Fair-Pay“ Programm des Landes. Diese Maßnahme wurde zwar grundsätzlich auch im Gemeinderat beschlossen, doch bei der gestrigen Kulturbudgetklausur wurden sämtliche „fair-pay“ Ansätze von der ÖVP in Frage gestellt und in den Budget Senat weitergeleitet. „Ich frage mich ob die ÖVP intern ein Kommunikationsproblem hat, wenn wir einerseits hören der Bürgermeister habe alle Budgetansätze gutgeheißen und andererseits die konkreten Fair Pay Zahlungen von der ÖVP als Verhandlungsmasse in den Budgetsenat gebracht werden. Oder höre ich einen Nachhall aus der Vor-Pandemie Zeit, als die ÖVP noch gerne Kulturförderungen in Frage gestellt hat, um ihre politische Macht zu demonstrieren?“, meine GR Grüner-Musil.

 

Die Bürgerliste/die Grünen, hat die erhöhten Förderansätze selbstverständlich unterstützt.

Zusätzlich wurden Folgende Förderungen angemeldet:

+ eine Erhöhung des Bachchors auf 85 000 Euro Jahresförderung und damit eine Anpassung auf die Förderhöhe des Landes.

+ Die Förderung des Dachverband der Salzburger Kulturstätten auf die eingereichte Summe von 45.000 Euro

+ Eine Anhebung der Förderung für die Elternarbeit im Lerncafe Itzling

+ Eine Anhebung der Kleinförderung (IKW) um 10.000 Euro

 

Markus Grüner-Musil
Markus Grüner-Musil

Gemeinderat, Kultursprecher

Telefon: 0662/8072-2015

[email protected]; [email protected]
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