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13.10.2022 Soziales

Woh­nungs­ver­ga­be: La­ge­wün­sche müs­sen wie­der mög­lich sein

Anna Schiester

Gemeinderätin Anna Schiester: Wohnungssuchende dürfen nicht wie Bittsteller*innen behandelt werden. Die Wohnungsnot in Salzburg ist groß – umso wichtiger wäre es, dass auch die ÖVP ihre Augen nicht mehr länger davor verschließt.“

Der Sozialausschuss der Stadt hat heute, Donnerstag, einen Amtsbericht zum Thema Verzichte und Ablehnungsgründe bei geförderten Mietwohnungen behandelt. 2021 wurden bekanntlich auf Betreiben der ÖVP die städtischen Vergaberichtlinien verschärft. Ein wesentlicher Kritikpunkt der Bürgerliste war schon damals, dass Wohnungswerber*innen keine Lagewünsche mehr äußern können. Jetzt zeigt sich: Die völlige Abschaffung dieser Lagewünschen war ein Fehler, der umgehend korrigiert werden sollte.

 

„Als Wohnungssuchende noch einen Lagewunsch angeben durften, konnten 80 Prozent der Menschen gleich die erste angebotene Wohnung annehmen. Jetzt, nachdem diese Möglichkeit auf Betreiben der ÖVP abgeschafft wurde, sind es 63 Prozent. 23 Prozent nehmen die zweite Wohnung“, stellt Gemeinderätin Anna Schiester klar. Die Zahlen aus dem heute vorgelegten Amtsbericht sprechen eine klare Sprache. Die Sozialsprecherin der Bürgerliste hält daher fest: „Von den drei Wohnungen, die von der Stadt angeboten werden, sollte in Zukunft zumindest eine wieder im gewünschten Stadtteil sein.“

 

Warum man Menschen, die aufgrund der enormen Wohnungspreise in Salzburg ohnehin nur auf ein sehr beschränktes Wohnungsangebot zurückgreifen können, weil sie am freien Markt keine Chance haben, nicht mal mehr gestattet, bevorzugte Stadtteile zu nennen, ist für Anna Schiester nach wie vor unverständlich: „Das ist ein Härte zeigen am falschen Platz! Schließlich kann es handfeste und nachvollziehbare Gründe geben, warum Wohnungswerber*innen in einem bestimmten Stadtteil leben müssen: Pflege der Eltern in der Nachbarschaft, Schule, Kindergarten, etc.“

 

 

 

Wohnungsnot: Augen nicht vor der dramatischen Situation verschließen

Die Lage am Salzburger Wohnungsmarkt ist schon seit Jahren angespannt. Bereits vor der Corona-Pandemie und der aktuellen Teuerungswelle waren Angebote auf dem freien Markt für viele Salzburgerinnen und Salzburger einfach nicht leistbar – doch nun hat sich die Situation noch einmal dramatisch verschärft. Umso verblüffender erscheint da eine gestern von ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs ausgesendete Presseinformation, in der er die aktuelle Wohnungsnot gleich völlig in Abrede stellt.

 

„Es war die ÖVP, die im letzten Jahr die Wohnungsvergaben maßgeblich verschärft, und die Lagewünsche abgeschafft hat. Wenn sich Klubobmann Christoph Fuchs nun öffentlichkeitswirksam darüber wundert, dass die Zahl der Verzichte seither gestiegen ist, und er daraus auch gleich ableitet, dass die Wohnungsnot in Salzburg eh nicht so dramatisch sein könne, dann zeugt das schon von enormer Chuzpe. Ich kann nur hoffen, dass die ÖVP nicht weiter ihre Augen vor der aktuell dramatischen Situation verschließt“, erklärt Bürgerlisten-Sozialsprecherin Anna Schiester.

 

Anna Schiester
Anna Schiester

Salzburger Stadträtin für Bau

Telefon: 0662/8072-2010

[email protected]; [email protected]
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