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03.08.2022 Soziales

ÖVP und SPÖ blo­ckie­ren Heiz­ma­te­ri­al-Lie­fer­ser­vice

Anna Schiester

Sozialsprecherin Schiester: „Knapp 2.000 Genossenschaftswohnungen verfügen über keine Zentralheizung. Das stellte die Mieter*innen schon in der Vergangenheit vor große Herausforderungen, die hohen Energiepreise tun ihr Übriges. Die Stadt könnte Abhilfe schaffen, verweigert das aber!“

Im Stadtgebiet von Salzburg gibt es zwischen 1.000 und 2.000 Genossenschafts-Mietwohnungen, die über keine Zentralheizung, sondern lediglich über einen Holz- oder Öl-Einzelofen verfügen. Für armutsbetroffene, kranke oder nicht mehr mobile Menschen ist die Beschaffung des Heizmaterials oft eine große Herausforderung – ein Umstand, auf den Diakoniewerk und Armutskonferenz bereits mehrmals aufmerksam gemacht haben. Die Bürgerlisten-Sozialsprecherin Anna Schiester hat daher die Schaffung eines kostenlosen Heizmaterial-Lieferservices für Mieter*innen ohne Zentralheizung beantragt. Dieser Antrag wurde allerdings von ÖVP und SPÖ im Stadtratskollegium sowie von der Verwaltung mit absurden Argumenten abgelehnt.

 

Die Abteilung 7 unter Ressortführung von Vize-Bgm. Bernhard Auinger, zuständig für das Beschaffungswesen, sieht „keinen Anknüpfungspunkt, der eine Zuständigkeit der MA7 argumentieren ließe“ und bezweifelt darüber hinaus, „dass überhaupt eine Zuständigkeit einer Magistratsdienststelle besteht“. Das Stadtratskollegium hat sich bereits im März 2022 mehrheitlich (gegen Bürgerliste) gegen einen Heizmaterial-Lieferservice, wie von Schiester beantragt, ausgesprochen. „Diese Antwort ist nicht nur ärgerlich, sondern schlichtweg überheblich. Gerade jetzt, wo die Preise für Heizmaterialien durch die Decke gehen, erwarte ich mir von einer Stadt wie Salzburg, dass sie soziale Verantwortung übernimmt und auch kreative Lösungen für jene findet, die jetzt dringend Unterstützung brauchen. Auch wenn das bei den aktuellen Temperaturen kaum vorstellbar ist: Der nächste Winter kommt bestimmt“, so Schiester. Sie will nicht lockerlassen und kündigt weitere Initiativen in diese Richtung an. „Denkbar wären z.B. auch Gutscheine für Menschen ohne Zentralheizung, um sich selbst einen Lieferservice zu organisieren, so Schiester.

 

Beschaffung des Heizmaterials ist ein Problem

Schiester ergänzt, dass insbesondere ältere Menschen viele Probleme bei der Beschaffung und Finanzierung des nötigen Heizmaterials haben. Wohnungen, die mit alten Ölöfen ausgestattet sind, stellen etwa ein ganz besonderes Problem dar. So gibt es in der Stadt gerade mal zwei Zapfsäulen für Heizöl, mit einem Literpreis von aktuell 1,629 Euro. Mit 50 Litern (dzt. 80 Euro) heizt man gerade mal einen Raum für gut 2-3 Wochen, ohne dass auch Nebenräume, wie etwa ein Badezimmer richtig warm würden. Viele der Betroffenen haben kein Auto, der Transport von Ölkanistern ist in Öffis aus Sicherheitsgründen verboten, Taxis bekanntlich teuer und auch nur dann erlaubt, wenn ein „Sachtransport“ bestellt wird.

 

Zu den Zahlen: Laut Anfrage haben 605 GSWB-Wohnungen, 43 KGL-Wohnungen, 40 Miet-Wohnungen der Sbg Wohnbau, 137 von Die Salzburg und zw. 150-170 Mietwohnungen der Heimat Ö keine Zentralheizung.

 

 

Anna Schiester
Anna Schiester

Salzburger Stadträtin für Bau

Telefon: 0662/8072-2010

[email protected]; anna.schie[email protected]
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