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27.05.2022 Demokratie und Kontrolle

Tho­rak-Straße end­lich um­be­nen­nen!

Ingeborg Haller

KO Ingeborg Haller: „Die Stadt Salzburg muss sich endlich ihrer Verantwortung stellen“

Wie heute, Freitag, bekannt wurde, löst St. Peter die Gruft des Bildhauers und Nazi-Günstlings Josef Thorak auf. Damit rückt auch der Umgang der Stadt Salzburg mit ihrem NS-Erbe wieder in den Fokus. Bekanntlich sind im Stadtgebiet noch zahlreiche Straßen nach Personen NS-Verstrickungen benannt. Eine Umbenennung der am stärksten belasteten Straßen scheiterte bisher an Bürgermeister Harald Preuner und der Stadt-ÖVP. Für Bürgerlisten-Klubobfrau Ingeborg Haller muss dieser Zustand so schnell wie möglich geändert werden: Als ersten Schritt schlägt sie die Umbenennung der Thorak-Straße in Helene von Taussig-Straße vor.

 

„Die Thorak-Gruft wurde aufgelöst, die Benennung einer Straße nach dem Bildhauer bleibt aber weiterhin bestehen. Bürgermeister Harald Preuner kommt damit nun noch stärker unter Zugzwang, denn Thoraks Verstrickungen mit dem NS-Regime sind inzwischen bestens erforscht“, so Haller. Die Bürgerlisten-Klubobfrau weist einmal mehr darauf hin, dass eine Straßen-Benennung mit einer großen Ehrung der Person verbunden ist. „Die Ehrung durch eine Straßen-Benennung und die Verstrickungen Thoraks mit dem NS-Regime passen einfach nicht zusammen. Überall in Europa wird entsprechend gehandelt, nur die Stadt Salzburg – und insbesondere die ÖVP-Mehrheit im Gemeinderat – verschließt weiter die Augen. Wann wacht Bürgermeister Preuner endlich auf? Wann wird die Thorak-Straße endlich in Helene von Taussig-Straße umbenannt?“, fragt KO Ingeborg Haller.

 

Namhafte Historiker*innen haben bekanntlich im Auftrag der Stadt zahlreiche Straßennamen mit NS-Bezug genauer unter die Lupe genommen. Bei 13 Persönlichkeiten haben die Expert*innen eine ganz klare Empfehlung zur Umbenennung der entsprechenden Straßen ausgesprochen. Zu schwerwiegend seien deren Verstrickungen mit dem NS-Regime, als dass eine Ehrung in Form einer Straßen-Benennung angemessen wäre. „Im Dezember 2021 hat der Gemeinderat über den Historiker*innen-Bericht zu den NS-Straßennamen beraten. Eine Umbenennung der 13 am schwersten belasteten Straßen ist damals am Veto der ÖVP-Mehrheit gescheitert“, erinnert Haller.

 

Die Bürgerliste/DIE GRÜNEN haben schon mehrfach den Antrag gestellt, die Thorak-Straße in Helene von Taussig-Straße umzubenennen. Die österreichische Malerin, deren künstlerisches Schaffen eng mit Salzburg verbunden ist, wurde wegen ihrer jüdischen Abstammung Opfer des NS-Regimes. „Anstatt den Lieblingsbildhauer des Führers zu ehren, stünde es Salzburg gut zu Gesicht, diese Straße nach der Künstlerin Helene von Taussig zu benennen. Die Stadt hat bei der Aufarbeitung des NS-Erbes und insbesondere beim Thema der NS-belasteten Straßennamen noch einen weiten Weg vor sich. Umso wichtiger wäre es, jetzt endlich den ersten Schritt zu setzen und die Thorak-Straße umzubenennen“, erklärt Bürgerlisten-Klubobfrau Ingeborg Haller abschließend.

Ingeborg Haller
Ingeborg Haller

Klubobfrau

Telefon: 0662/8072-2015

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