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26.01.2026 Kultur

Aberkennung der Ehrenbürgerschaften nötig

Ingeborg Haller

KO Ingeborg Haller: In Salzburg werden immer noch überzeugte Nationalsozialisten öffentlich geehrt – und zwar nicht nur mit Straßennamen. Zwei Personen, bei denen die Expert:innen schwere Verstrickungen mit dem NS-Regime festgestellt haben, sind immer noch Ehrenbürger dieser Stadt. Das ist nicht länger tragbar, und die Bürgerliste wird sich dafür einsetzen, dass diese Ehrenbürgerschaften vom Gemeinderat widerrufen werden!

 

Morgen, Dienstag (27.1.2026), ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Aus diesem Anlass fordert Bürgerlisten-Klubobfrau Ingeborg Haller erneut mehr Tempo bei der Umbenennung von Nazistraßen im Stadtgebiet von Salzburg und mehr Konsequenz bei der Aufarbeitung dieses dunkelsten Kapitels in unserer Geschichte.

 

„13 Straßen wurden von der Historiker:innen-Kommission als ‚schwer belastet‘ eingestuft und dringend zur Umbenennung empfohlen. Erst eine davon hat seither einen neuen Namen bekommen. Das geht entschieden zu langsam“, so Haller.

 

Am 29. April des Vorjahres wurden die neuen Straßenschilder der Helene-Thimig-Straße montiert. Wo vorher mit Heinrich Damisch ein überzeugter Nationalsozialist und antisemitischer Kulturkritiker geehrt wurde, erinnert nun eine Straße an die Schauspielerin Helene Thimig, die sich gemeinsam mit Max Reinhardt um die Salzburger Festspiele verdient gemacht hat, die jedoch wegen ihrer jüdischen Wurzeln vor den Nazis aus Österreich fliehen musste. „Die Helene-Thimig-Straße war ein Pilotprojekt – und zwar ein äußerst erfolgreiches. Seither wurde aber noch keine weitere Nazi-Straße umbenannt. Das muss sich schleunigst ändern“, fordert die Bürgerlisten-Klubobfrau. „Längst überfällig ist etwa die Umbenennung der Thorak-Straße.“

 

Zur Erinnerung: Ein im Auftrag des Mauthausen-Komitees erstelltes Gutachten des Verfassungsexperten Markus Vašek von der Johannes-Kepler-Universität Linz hat vergangenes Jahr klargestellt: Straßennamen, die schwer belastete Nationalsozialisten würdigen, MÜSSEN entfernt werden – eine Beibehaltung wäre sogar verfassungswidrig.

 

Schwere NS-Verstrickungen – Bürgerliste fordert Aberkennung der Ehrenbürgerschaft

 

Unter den 13 Personen, bei denen die Expert:innen eine schwere Verstrickung mit dem NS-Regime und einen dringenden Handlungsbedarf Seitens der Stadt festgestellt haben, sind nach wie vor auch zwei Ehrenbürger der Stadt Salzburg. Dieser Zustand ist aus Sicht der Bürgerliste nicht mehr länger tragbar. Klubobfrau Ingeborg Haller kündigt daher bereits heute einen Antrag an: Die Aberkennung der Ehrenbürgerschaften von Karl Heinrich Waggerl (verliehen 1967) und Herbert von Karajan (verliehen 1968) aufgrund der eindeutigen Forschungsergebnisse der Expert:innen-Kommission.

 

„Es geht um Personen, bei denen die Expert:innen tatsächlich schwerste Verstrickungen mit dem NS-Regime nachgewiesen haben. Wer mit dem schlimmsten Verbrecher-Regime in unserer Geschichte derart verstrickt ist, der kann kein Ehrenbürger der Stadt Salzburg sein“, stellt Haller klar.

 

Dass Personen mit NS-Hintergrund keine Ehrenbürger der Stadt sein sollten, hat der Gemeinderat übrigens bereits im Jahr 2014 beschlossen: Damals  wurde – ebenfalls auf Antrag der Bürgerliste – die Ehrenbürgerschaft von Eduard Paul Tratz widerrufen.