Klimaschutz und leistbares Wohnen beginnen beim Bestand
Rund um das ehemalige Landesverwaltungsgebäude in der Michael-Pacher-Straße 36 wird derzeit intensiv über seine Zukunft diskutiert. Für Anna Schiester (Bürgerliste), Planungsstadträtin der Stadt Salzburg, ist klar: Diese Entscheidung ist eine zentrale Frage von Klimaschutz und sozialer Verantwortung.
„Wir haben in Salzburg Wohnungsnot – und gleichzeitig eine Klimakrise. Wenn die öffentliche Hand ein Gebäude dieser Qualität besitzt, darf die Antwort nicht Abriss und Höchstpreisverkauf sein“, sagt Schiester.
Das Gebäude aus den 1970er-Jahren ist ein architektonisch hochwertiger Bau der Nachkriegsmoderne und wird fachlich seit Jahren von vielen Seiten als erhaltenswert eingeschätzt. Für Schiester liegt hier eine große Chance: Bestand zu sichern und gleichzeitig neue Perspektiven zu schaffen.
„Bestand zu erhalten heißt, graue Energie zu bewahren, CO₂ zu sparen und verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was schon da ist.“
Derzeit wird auch über mögliche Zwischennutzungen diskutiert. Für die Bürgerliste kann das ein sinnvoller erster Schritt sein – entscheidend ist jedoch eine langfristige Perspektive.
„Eine Zwischennutzung darf nicht das Ende der Debatte sein. Ziel muss eine Entwicklung sein, die den Bestand respektiert und leistbares Wohnen ermöglicht.“
Klar ist: Unter dem bestehenden Gebäude befindet sich keine Tiefgarage. Aus Sicht von Anna Schiester ist das jedoch kein Ausschlusskriterium für eine Weiterentwicklung. Mobilitätsfragen könnten im Rahmen einer Quartierslösung gedacht werden – etwa über gemeinschaftliche Quartiersgaragen im Umfeld oder im Zuge künftiger Nachverdichtungsprojekte im Stadtteil.
„Solche Lösungen sind innovativ, flächensparend und längst Teil moderner Stadtentwicklung. Sie zeigen, dass Erhalt und Weiterentwicklung kein Widerspruch sein müssen.“
Die Verantwortung liegt beim Land Salzburg als Eigentümer. Die Stadtplanung sei jedenfalls bereit, diesen Weg konstruktiv zu unterstützen.
„Wenn wir Klimaschutz und leistbares Wohnen ernst meinen, dann müssen wir genau bei solchen Gebäuden zeigen, wie verantwortungsvolle Stadtentwicklung aussehen kann“, so Schiester abschließend.