Braucht es wirklich eine Flugshow?
KO Ingeborg Haller: „100 Jahre Flughafen sind sicherlich ein guter Anlass, um zu feiern. Ein Flughafenfest geht aber auch ohne lärm- und abgasintensive Flugshows der Red Bull Flotte. Denn die Menschen, die in unmittelbarer Nähe zum Flughafen leben, sind auch ohne Flugshows ständig mit Fluglärm, der vom Salzburg Airport ausgeht, konfrontiert.“
Morgen, Samstag, 20. Juni, findet am Salzburger Flughafen ein großes Flughafenfest statt. 100 Jahre sind selbstverständlich ein Anlass um zu Feiern. Das Programm ist bunt. Für Jung und Alt gibt es ein abwechslungsreiches Angebot. Auch das Österreichische Bundesheer und wichtige Einsatzorganisationen dürfen nicht fehlen. Vorbildlich weist der Veranstalter auch darauf hin, dass die Besucherinnen und Besucher mit den Öffentlichen Verkehrsmittel anreisen sollen, um das Fest zu genießen.
„Umso unverständlicher ist es, dass am Nachmittag unter dem Titel ‚Flug-Action pur‘ eine halbstündige Flugshow der Flying Bulls angekündigt ist. Ist das wirklich notwendig?“, fragt sich Ingeborg Haller, Klubobfrau der Bürgerliste/Die Grünen. „Was kostet das? Und wurden die unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohner überhaupt von dem stattfindenden Spektakel informiert?“, so Haller weiter.
Unbestritten ist der Salzburg Airport mittlerweile eine wichtige Infrastruktureinrichtung mitten in der Stadt geworden. Der Flughafen ist jedoch gerade auf Grund seiner Nähe zur Stadt besonders gefordert, anrainer:innenverträgliche Maßnahmen zu setzen, um den Fluglärm und die Schadstoffbelastung sowie die Gefährdung, die durch den innerstädtischen Flugverkehr entstehen, gering zu halten. Denn für einen Großteil der Bevölkerung, nämlich nicht nur für die Salzburgerinnen und Salzburger, die in unmittelbaren Flughafennähe wohnen, sondern auch für jene Menschen, die entlang der Anflugrouten leben, bedeutet der vom Flughafen ausgehende Flugverkehr zweifelsohne eine ständige Lärmbelastung.
„Die Feier zum Hunderter ist daher auch ein Anlass, in die Zukunft zu blicken. Der Salzburg Airport ist als Stadtflughafen besonders gefordert, Qualitätsstandards zu beachten“, hält Haller fest. Das bedeutet im Klartext unter anderem: Die Einführung von lärmabhängigen Fluggebühren, das Einschränken der Privat- und Freizeitflüge sowie das Vermeiden von Billigfluglinien.
„Auch ein konstruktives Miteinander mit der Bevölkerung ist unumgänglich“, stellt die Bürgerlisten-Klubobfrau klar. „Anstelle von lauten Flugshows braucht es bessere Lärmschutzprogramme und Förderungen für lärmgeplagte Anrainerinnen und Anrainer des Flughafens“, so Inge Haller abschließend.