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    Barrierefreiheit
07.10.2026 Planung

Meilenstein für die Altstadt-Begegnungszone

Anna Schiester

Bauausschuss stellt die Weichen für die bauliche Umsetzung der Begegnungszone – Stadträtin Anna Schiester: „Salzburg hat lange genug darüber geredet. Jetzt machen wir es.“

 

Mit dem Beschluss des Grundsatzamtsberichts im Bauausschuss wird am Donnerstag, 8. Oktober, der nächste entscheidende Schritt für die Begegnungszone in der Salzburger Altstadt gesetzt. Das Siegerprojekt des slowenischen Architekturbüros Ravnikar Potokar bildet die Grundlage für die weitere Planung. Im Herbst 2027 soll die Umsetzung am Herbert-von-Karajan-Platz beginnen und anschließend etappenweise bis 2030 fortgeführt werden.

 

„2024 haben wir die politische Weichenstellung vorgenommen. Jetzt geht es an die konkrete Umsetzung. Über die Verkehrsberuhigung der Altstadt wurde in Salzburg jahrzehntelang diskutiert. Die Menschen haben es zu Recht satt, wenn zukunftsfähige Entscheidungen immer wieder zerredet und am Ende abgewürgt werden. Politik muss irgendwann entscheiden und dann auch umsetzen“, sagt Planungsstadträtin Anna Schiester von der Bürgerliste.

 

Zwischen Herbert-von-Karajan-Platz, Bürgerspitalplatz, Anton-Neumayr-Platz und Museumsplatz soll ein zusammenhängender Stadtraum entstehen: mit neuen Bäumen, Schatten, Sitzgelegenheiten, Platz für Kinder und barrierefreien Flächen. Auch der Almkanal soll stärker erlebbar werden. Verkehr wird dort weiterhin stattfinden, aber er soll nicht mehr den gesamten Raum bestimmen.

 

„Unsere Plätze sind mehr als Wege von A nach B. Sie sind Orte, an denen wir uns treffen, einkaufen oder einfach gerne Zeit verbringen. Diese Plätze im Herzen unseres UNESCO-Welterbes wieder stärker für die Menschen zu öffnen, ist eine einmalige Chance. Das kann ein echter Gamechanger für die linke Altstadt werden“, so Schiester.

 

Was heute selbstverständlich ist, war gestern heftig umkämpft

 

Als 1983 die durchgehende Fußgängerzone eingerichtet wurde, waren Widerstand und Protest enorm. Rund 600 Menschen demonstrierten dagegen. Heute würde wohl niemand ernsthaft fordern, die Getreidegasse wieder für den Durchzugsverkehr zu öffnen.

 

Ähnlich verlief die Debatte um die Poller im Jahr 2010. Wirtschaftskammer, ÖVP und Teile der Altstadtkaufleute warnten vor einer Absperrung der Innenstadt und wirtschaftlichen Schäden. Bereits ein Jahr später fiel die Bilanz deutlich positiver aus: Die illegale Zufahrt wurde wirksam reduziert und eine klare Mehrheit der befragten Salzburger:innen, Gäste und Betriebe sah die Altstadt durch die Poller aufgewertet. Wenige Jahre später war auch der Widerstand von Wirtschaftskammer und Altstadtverband weitgehend verstummt.

 

„Bei jeder größeren Veränderung wird zuerst so getan, als würde Salzburg daran zugrunde gehen. Das war bei der Fußgängerzone so, das war bei den Pollern so – und heute ist beides aus der Altstadt nicht mehr wegzudenken. Genau diesen Mut brauchen wir wieder“, sagt Schiester.

 

Die Altstadt bleibt für alle erreichbar

 

Das Konzept ist klar: Die Altstadt bleibt für alle erreichbar. Beschränkt wird der reine Durchzugsverkehr durch das Neutor – mit definierten Ausnahmen unter anderem für Anrainer:innen, öffentliche Verkehrsmittel, Lieferverkehr und Einsatzdienste. Gleichzeitig werden der öffentliche Verkehr, Park-&-Ride-Angebote sowie sichere Rad- und Fußwege weiter verbessert.

 

„Wer in die Altstadt will, kommt weiterhin hin. Aber die historische Innenstadt soll künftig nicht mehr als Abkürzung für den Durchzugsverkehr dienen. Wir halten die Altstadt erreichbar und gewinnen gleichzeitig mehr Lebensqualität“, betont Schiester.

 

Die festspielbedingte Neutorsperre liefert Daten und Fakten

 

Die festspielbedingte Neutorsperre ist keine Blaupause für die spätere Verkehrsorganisation. Das begleitende Monitoring liefert aber wichtige Daten und Fakten darüber, wie Verkehrsführungen unter veränderten Bedingungen funktionieren. Diese Erkenntnisse reichen über die Begegnungszone hinaus und helfen dabei, mögliche Auswirkungen und notwendige Begleitmaßnahmen fundiert zu beurteilen.

 

Festlegungen für darüber hinausgehende Verkehrsführungen gibt es nicht. Auf Grundlage der erhobenen Daten werden die verschiedenen Möglichkeiten ausgearbeitet und anschließend politisch beraten.

 

„Wir nutzen die aktuelle Situation, um aus der Praxis zu lernen. Die Daten zeigen uns, was funktioniert, wo sich Verkehrsströme verlagern und wo zusätzliche Maßnahmen notwendig sein können. Daraus folgt kein Automatismus. Wie die Verkehrsführung künftig konkret aussieht, wird auf Grundlage dieser Fakten politisch beraten und entschieden“, sagt Schiester.

 

Das Projekt wird eng mit dem Umbau der Festspielhäuser abgestimmt. Auch eine neue, rund 40 Meter lange und barrierefreie Bushaltestelle in der Münzgasse wird geprüft. Der Universitätsplatz ist Teil des Gesamtkonzepts, seine Neugestaltung hängt jedoch von der Bereitstellung zusätzlicher Mittel ab.

 

Für die Umsetzung des Kernprojekts sind rund 12,7 Millionen Euro vorgesehen. Die etappenweise Realisierung soll sicherstellen, dass die Altstadt während der Bauzeit erreichbar und funktionsfähig bleibt.

 

„Wir wollen nicht die nächste Runde einer jahrzehntelangen Diskussion eröffnen. Die politische Entscheidung ist getroffen, das Projekt liegt auf dem Tisch und jetzt geht es um eine gute Umsetzung. Salzburg hat lange genug darüber geredet, wie die Altstadt werden könnte. Jetzt zeigen wir, was sie werden kann“, so Stadträtin Anna Schiester abschließend.

Anna Schiester

Salzburger Stadträtin für Stadtplanung, Umwelt und Mobilität

Telefon: 0662/8072-2010

[email protected]
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