Neutorsperre: Chance für die Innenstadt von morgen
Mit 14. September wird das Neutor im Zuge der Festspielhaus-Baustelle für mehrere Monate vollständig gesperrt. Für Salzburg bedeutet das eine große verkehrliche Herausforderung: Buslinien werden umgeleitet, Verkehrsströme verlagern sich und viele Menschen müssen ihre täglichen Wege neu organisieren.
„Wir reden diese Monate nicht schön. Die Totalsperre wird uns allen Geduld abverlangen“, sagt Planungs- und Mobilitätsstadträtin Anna Schiester. „Aber wir haben intensiv vorbereitet, Verkehrsabläufe simuliert und zusätzliche Angebote geschaffen – von angepassten Buslinien über die Linie 10E und Expressbusse bis zu vergünstigten Klimatickets und Gratis-Tageskarten.“
Für Schiester ist zugleich entscheidend, den Blick über die Baustelle hinaus zu richten.
Das Neutor geht wieder auf – aber anders
„Nach der Baustelle geht das Neutor wieder auf. Aber anders als bisher: Die Altstadt bleibt erreichbar, der reine Durchzugsverkehr soll deutlich reduziert werden. Genau darin liegt eine große Chance für Salzburg.“
Diese Perspektive ist bereits politisch auf Schiene. Der Beschluss für eine Begegnungszone zwischen Neutor und Museumsplatz liegt vor, ein europaweiter Wettbewerb wurde durchgeführt. Das Siegerprojekt des Büros Ravnikar Potokar verbindet Herbert-von-Karajan-Platz, Bürgerspitalplatz, Anton-Neumayr-Platz und Museumsplatz zu einem zusammenhängenden Stadtraum.
Heute prägen rund 9.000 Fahrten täglich diesen Bereich. „Aus Durchzugsstraßen sollen wieder Plätze werden. Mehr Bäume und Schatten, mehr Platz zum Gehen, Sitzen, Treffen, Einkaufen und Verweilen. Eine Innenstadt, die ihre Menschen willkommen heißt – Einheimische genauso wie Besucherinnen und Besucher.“ Für Schiester ist das auch eine Frage des Welterbes: „Unsere Altstadt ist UNESCO-Welterbe. Das heißt für mich: bewahren und gleichzeitig lebendig halten. Eine historische Stadt muss auch im 21. Jahrhundert ein guter Ort zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur erleben und Zusammensein sein.“
Die nächsten politischen Beschlüsse zur Umsetzung werden derzeit vorbereitet. Der entsprechende Amtsbericht soll zeitnah durch Baustadtrat Kay-Michael Dankl eingebracht werden. Der Baustart für die Begegnungszone ist für Herbst 2027 vorgesehen. „Die kommenden Monate werden mitunter fordernd. Aber dahinter steht ein klares Zukunftsbild für unsere Stadt: eine gut erreichbare, lebendige Innenstadt, in der aus Verkehrsraum wieder Lebensraum wird.“