Fünf weitere NS-Straßen werden umbenannt
Die Stadt Salzburg wird in den nächsten Jahren fünf weitere Nazi-Straßen umbenennen. Ein wichtiger Schritt in der Aufarbeitung des Umgangs der Stadt mit braunen Straßennamen.
Seit Jahrzehnten fordert die Bürgerliste die Umbenennung von Nazi-Straßen in der Stadt Salzburg. Seit dem Abschluss Bericht des unabhängigen Beirats für NS belasteten Straßen in Salzburg (2021) gelten 13 Straßen in Salzburg als schwer belastet. 2024 wurde mit der Heinrich-Damisch Straße die erste dieser 13 Straßen in Helene-Thiemig Straße umbenannt.
Nun hat die Stadt den Fahrplan für weitere fünf Umbenennungen bekannt gegeben.
Die Josef-Thorak Straße wird zur Helene-von-Taussig Straße.
Die Hans-Pfitzner Straße wird zur Anna-Reindl-Strasse.
Die Erich-Schenk Straße wird zur Elsa-Bienenfeld Straße.
Die Gustav-Resatz Straße wird zur Irma-Rafaela-Toledo Straße.
Die Erich-Landgrebe Straße wird zur Maria-Johanna-Sedelmeier Straße.
„Die Bürgerliste war und ist die zentrale politische Kraft beim Thema der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Stadt. Unser Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Historiker Gert Kerschbaumer, der sich seit Jahrzehnten für die Umbenennung der Thorak -Straße engagiert hat ” sagt Klubobfrau Ingeborg Haller. „Die Diskussion um die Thorak Straße ist nur ein Beispiel dafür, wie Salzburg in der Vergangenheit mit braunen Straßennamen umgegangen ist. Der Schritt der Umbenennung ist daher ein wichtiges Symbol und längst überfällig“, so Haller weiter.
Trotz der klaren Expertise des historischen Beirats und der Empfehlung von notwendigen Umbenennungen wurden diese vor allem vom früheren ÖVP Bgm. Preuner verhindert. Der politische Prozess der Umbenennung wurde stets auch von der FPÖ und den NEOS verhindert, die SPÖ hat sich erst in den letzten Jahren diesem Schritt angenähert.
“Eine Straße nach einer Person zu benennen ist keine reine historische Bestandsaufnahme, es ist eine Würdigung im Sinne der demokratischen Werte unserer Stadtgesellschaft”, meint Kultursprecher Markus Grüner-Musil. “Diese Umbenennungen tragen dem Bewusstsein Rechnung, dass auch Künstler als wesentliche Mittäter des NS Regimes gewirkt haben und daher mit verantwortlich sind. Dies zeigt sich im Besonderen an der Biografie des Komponisten Hans Pfitzner, der auch nach 1945 den Holocaust geleugnet hat“, so Grüner weiter.
„Für die Bürgerliste ist damit der Prozess der Umbenennung von stark belasteten NS-Straßen aber nicht abgeschlossen. Unser Ziel ist es, dass auch die verbleibenden sieben Straßen umbenannt werden“ so Ingeborg Haller, KO der Bürgerliste abschließend.