Zisternenförderung und Regenwasserbänke gegen Trockenheit
GR Lukas Bernitz: Hitze, Trockenheit und Starkregen zeigen, wie wichtig unser Umgang mit Wasser ist. Durch eine gezielte Förderung von Regenwasserzisternen und speziellen Regenbänken im öffentlichen Raum soll die Stadt neue Wege gehen, um wertvolles Regenwasser verfügbar zu halten. Andere Städte machen es bereits vor.
Die Hitze- und Trockenperioden dieses Sommers machen es aktuell deutlich: Auch in Salzburg ist Wasser keine unbegrenzt verfügbare Ressource. Gleichzeitig führen Starkregenereignisse wie diese Woche zu kurzfristigen Überlastungen der Kanalisation. Angesichts des anhaltenden Wassermangels fordert Bürgerlisten-Gemeinderat Lukas Bernitz zwei konkrete Maßnahmen, um Regenwasser besser zu speichern, anstatt es ungenutzt abfließen zu lassen: eine Förderung für private Regenwasserzisternen und ein Pilotprojekt für sogenannte Regenbänke im öffentlichen Raum.
„Die Klimakrise ist auch in Salzburg angekommen und wir müssen lernen, mit ihr zu leben. Das bedeutet auch ein Umdenken im Umgang mit Wasser. Wir müssen davon wegkommen, Gärten und Grünflächen in Trockenzeiten mit kostbarem Trinkwasser zu gießen,“ führt Bernitz aus. „Bei Starkregen verschwindet der Niederschlag zu großen Teilen in der Kanalisation. Regenwasserzisternen sind eine einfache und wirksame Möglichkeit, dieses Wasser zu speichern und dann zu nutzen, wenn es gebraucht wird.“
Eine 2024 von der Stadt Salzburg veröffentlichte Studie zur Klimawandelanpassung von BOKU und GeoSphere Austria empfiehlt ausdrücklich Wassersammelsysteme wie Zisternen für die Bewässerung öffentlicher und privater Grünflächen. Damit wird wertvolles Trinkwasser gespart und die Wasserversorgung von Pflanzen in Trockenperioden verbessert.
Andere Städte zeigen bereits, wie eine solche Förderung funktionieren kann. Linz unterstützt unterirdische Speicher bis 30 Kubikmeter mit 75 Euro pro Kubikmeter, größere Anlagen mit zwölf Prozent der Errichtungskosten. Graz fördert unterirdische Regenwasserspeicher mit 250 Euro pro Kubikmeter bis maximal 5.000 Euro. „Salzburg sollte hier rasch ein vergleichbares Fördermodell vorlegen. Damit unterstützen wir private Investitionen in Klimaanpassung, entlasten bei Starkregen die Kanalisation und helfen gleichzeitig unseren Grünräumen bei Trockenheit“, fordert Bernitz.
Als zweite Maßnahme schlägt Bernitz ein Pilotprojekt nach Düsseldorfer Vorbild vor: sogenannte Regenbänke. Dabei wird Regenwasser von umliegenden Dächern in einem Speicher unter einer Sitzbank gesammelt. Mit einer einfachen Handpumpe kann es anschließend zur Bewässerung von Bäumen, Beeten und anderen Grünflächen verwendet werden.
„Eine Regenbank verbindet zwei Dinge, die wir im öffentlichen Raum dringend brauchen: mehr Sitzgelegenheiten und die Verfügbarkeit von Gießwasser zur Versorgung von Grünflächen bei Trockenheit. Das wäre ein schönes und zugleich sehr praktisches Pilotprojekt für Salzburg“, so Bernitz. Er schlägt vor, in einem ersten Schritt mehrere geeignete Standorte für erste Regenbänke zu prüfen und parallel eine Förderung für Regenwasserzisternen auszuarbeiten. „Klimawandelanpassung darf nicht abstrakt bleiben. Sie muss im Grätzl, im Garten und im öffentlichen Raum konkret spürbar werden. Regenbänke könnten dafür ein Beitrag sein“, so Bernitz abschließend.