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26.06.2026 Soziales

Fiaker: Überhitzte Altstadt, überholte Tradition

Lukas Bernitz

GR Lukas Bernitz: Wenn Menschen sich vor der Hitze schützen müssen, dann gilt das genauso für Tiere. Die aktuelle Hitzewelle zeigt einmal mehr, dass Pferdegespanne nicht mehr in eine moderne Stadt passen.

 

Die Temperaturen in Salzburg erreichen in den kommenden Tagen nie dagewesene Rekordwerte. Asphalt und Pflastersteine heizen sich in der Altstadt besonders stark auf. Während viele Menschen Schatten suchen oder ihre Aktivitäten in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen, sind dieser Tage immer noch Fiaker-Pferde in der Innenstadt unterwegs.

 

GR Lukas Bernitz erneuert deshalb die langjährige Forderung der Bürgerliste nach einem Aus für überkommene Pferdekutschen in der Salzburger Altstadt. Kurzfristig braucht es jedenfalls eine verbindliche Hitzeschutzregelung, die den Tieren ab 30 Grad – gemessen direkt am Residenzplatz – hitzefrei garantiert. Eine solche Regelung wird bereits seit Jahren politisch diskutiert, ist bis heute aber nicht zufriedenstellend umgesetzt. Das Land Salzburg wäre hier längst gefordert, strengere Regeln im Tierschutz-Gesetz einzuführen – und leider hat auch der frühere Bürgermeister Preuner (ÖVP) die Gelegenheit verstreichen lassen, die Verlängerung der Standortverträge an strengere Hitzeschutz-Regeln für die Tiere zu knüpfen. „Die aktuelle Hitze ist kein Ausnahmefall mehr, sondern ist durch die Klimakrise zur bitteren Normalität geworden. Das zwingt uns hier zum Handeln. Wir können nicht jedes Jahr aufs Neue darüber diskutieren, ob Pferde bei Temperaturen über 35 Grad in und durch die Stadt gezwungen werden sollen. Die eigentliche Frage lautet vielmehr: Warum halten wir überhaupt noch an dieser veralteten Form des Tourismus fest?“, so Bernitz.

 

Andere Städte gehen längst neue Wege. In Brüssel sind bereits E-Fiaker im Einsatz, und auch die Stadt Palma de Mallorca hat den Umstieg auf elektrische Kutschen beschlossen. Tourist:innen können die Stadt dort weiterhin stilvoll erkunden – ganz ohne Tiere, die Lärm, Verkehr und Hitze ausgesetzt sind.

 

Für Bernitz ist klar: „Die Zukunft liegt nicht in Pferdekutschen, sondern in tierfreundlichen Alternativen. Wer heute noch Fiaker mit Pferden durch eine überhitzte Innenstadt fahren lässt, ignoriert sowohl die klimatischen Entwicklungen als auch die Anforderungen eines zeitgemäßen Tierschutzes.“

Die Bürgerliste fordert daher erneut einen geordneten Ausstieg aus dem Fiakerbetrieb mit Pferden sowie Unterstützung für Unternehmer:innen, die auf moderne und tierfreundliche Alternativen umsteigen wollen. Bis dahin müssen wirksame Hitzeschutzmaßnahmen konsequent umgesetzt werden.